Müller-Nähmaschinen, Inh. TORSTEN SAURBREY
   
  www.mueller-naehmaschinen.de
  Über uns
 

Unsere Firma besteht schon seit mehr als
110 Jahren...

 



Unser Lädchen
im 1. Stock am Kottbusser Damm 6 in 10967 Berlin-Kreuzberg
(genau U-Bahn 'Schönleinstraße')

 

Es ist unglaublich spannend, in alten Akten zu stöbern. Unsere Unterlagen gehen bis 1906 zurück. Leider sind sie nicht vollständig.

Beim lesen erlebt man ein bischen Geschichte - als wäre man dabei gewesen. Besonders, wenn man etwa in der gleichen Situation ist sieht man, wie sich die Bürokratie geänder hat (oder auch nicht!!).

Kurze Übersicht:

...1905---Ein Herr Kastory gründet ein Geschäft, in dem man Haushalt-Nähmaschinen und Zubehör kaufen kann. Auch Reparaturen werden angeboten. Die Adresse in 1905 ist noch Oranienstr. 16 in Berlin (im der Zentral- und Landesbibliothek Berlin - Berliner Adressbücher ist vor 1905 leider nichts zu finden.)

1906...Herr Kastory zieht um. Das Geschäft hat nun die Adresse: Kottbusser Damm 6 (wie noch heute - auch in Kreuzberg).
 

Wir haben da einen Antrag von Herrn Kastory,  wo er bei den Behörden beantragt, eine Werbefahne über den Hauseingang anbringen zu dürfen.

Weiterhin bekannt ist uns, dass Herr Bernhard Müller (so heißt die Firma noch heute) die Tochter von Herrn Kastory geheiratet hat.
Bekannt ist uns weiteerhin, dass Frau Müller in den Kriegsjahren das Geschäft allein bewirtschaften mußte.  Dies waren wirklich harte Zeiten. Sie beantragte z.B. bei der Polizei folgende Öffnungszeiten: Mo-Fr  8:00 bis 17:00 Uhr. Diese Öffnungszeiten gelten für uns noch heute. (Seit einiger Zeit haben wir jedoch - unserer Kundschaft zu Liebe - am Dienstag bis 18:30 Uhr geöffnet.)
Frau Müller musste damals jeden einzelnen Tag, den sie zumachen wollte (z.B. wegen Urlaub oder Krankheit) bei der Polizei beantragen, ein entsprechendes Schild schreiben und dieses durch die Behörde abstempeln lassen. Das ist doch ziemlich krass, oder !?!.

Wie wir weiter wissen, ist Herr B. Müller dann aus dem Krieg heimgekehrt und hat die Firma weitergeführt.

1961...Herr Müller hat die Firma dann an die Familie Brandt verkauft (Tschja, warum wohl?).

Die Sen.-Brandts hatten zu Zeiten von West-Berlins Blütezeit schon Waschsalons. Sie kauften die Firma von Herrn Müller, behielten den Firmennamen bei und spezialisierten sich auf Industrienähmaschinen. Das Geschäft lief wirklich sehr gut. Im Laufe der Zeit übertrugen sie ihr Geschäft ihrem Sohn Karl-Heinz Brandt. Dieser hatte inzwischen seinen Meister gemacht und konnte die Firma gut vertreten. Er hatte damals auch schon seine spätere Frau Monika kennen und lieben gelernt.
Ihre Eltern hatten einen Schreibwarenladen und sie somit gute Voraussetzungen, die Firma zusammen mit ihrem Mann führen zu können. Ihre Banklehre  vervollkommnete die Voraussetzung noch.

Die Brandts übernahmen dann noch die Generalvertretung für BeA und belieferten Kürschnereien (Pelzverarbeitung) mit Naglern und entsprechenden Klammern.

1989...Die Wende bereitete der Firma Müller (wie manch anderer) so manche Schwierigkeiten.
Zu Anfang herrschte zwar eine gewisse Euphorie, doch später traf der extreme wirtschaftliche Niedergang der Textilbranche in Berlin auch die Firma Müller. Diese schweren Zeiten (Kunden blieben aus und die Zahlungsmoral nahm rapide ab) konnten nur durch den extremen Willen und so manch finanzielle Spritze durch die Brandts überwunden werden.

2001...Die Firma Müller entläßt den letzten Mitarbeiter in die Rente. Ein neuer Mitarbeiter muss her, sonst muss die Firma zumachen.
Zu dieser Zeit bewirbt sich Herr T. Sauerbrey und fängt als Mechaniker bei der Firma an. Er hat inzwischen ca. 20 Jahre "Ost"-Erfahrung bei Reparaturen von Haushaltnähmaschinen gesammelt. (Die Suche nach einer entsprechenden Anstellung war sehr langwierig, da meist nur im Süden Deutschlands Nähmaschinenmechaniker gesucht wurden.)

2007...Nun kann die Firma Müller (nach einigen "witzigen" Bewerbern) einen weiteren Mitarbeiter einstellen. Es ist ein - überwiegend russisch, aber inzwischen doch schon passabel deutsch sprechender - Mitarbeiter, den wir wegen seines Einfallsreichtums sehr schätzen (aus dem Osten eben).

2009...Am 6. Februar ist Herr Karl-Heinz Brandt ganz unerwartet verstorben. Ich (Frau Sauerbrey) habe ihn leider nur kurz gekannt. Dies hat uns alle doch ziemlich geschockt.

Frau Brandt wollte die Firma zunächst auflösen. Herr Sauerbrey konnte sie jedoch überzeugen, die Firma weiterzuführen (Bis heute zeigt sich, dass dies eine gute Entscheidung war).

2009...Ich - als Ehefrau von Herrn Sauerbrey - habe inzwischen die Buchhalterin (die in die verdiente Rente gegangen ist) abgelöst.
Mit dem Einverständnis von Frau Brandt wollen wir die Firma übernehmen und so lange wie es geht weiterführen (was uns irgendwie mit Stolz und Zuversicht erfüllt). Dies nimmt jedoch noch einige Zeit in Anspruch, da so manche Anforderungen zu erfüllen sind.
Seit 2009 geht es mit unserer Firma aber wieder aufwärts - man besinnt sich wieder auf seine eigenen Fähigkeiten und macht selbst. Und somit verdanken wir unser Fortbestehen hauptsächlich unseren lieben Kunden !! Danke, Danke und nochmals Danke !!!!!!!!!!!

1.Oktober 2012... Nun ist es so gekommen, wie wir es geplant haben:  Mein Mann hat die Firma übernommen - und wir sind alle glücklich damit. Wir merken, dass unser Ruf immer besser wird, wofür wir sehr dankbar sind und mit Leidenschaft weiterhin dafür sorgen werden, dass es so bleibt..
Wir freuen uns sehr, das unsere Kundschaft zunehmend jünger und "bunter" wird.

2015...Die Firma gehört uns mittlerweile 2 Jahre+. Die Arbeit macht uns weiterhin viel Freude.
Wir haben mit sehr vielen Nationen zu tun -  die könnten wir gar nicht alle bereisen! Machmal geht es bei uns sehr "englisch" zu. Es ist ein tolles Gefühl, so INTERNATIONAL zu sein. Vor 1989 (wir kommen aus dem 'Osten') war dies ein beliebtes Schlagwort für die 'Offenheit' der DDR und nun können wir es live erfahren - das ist echt toll.
Leider haben wir weder vom Arbeitsamt noch von einer anderen Seite (z.B. Bank) irgendeine finanzielle Unterstützung erfahren, sodass wir bisher alles aus eigenen Mitteln stemmen müssen. Aber wir wollen nicht jammern sondern kämpfen. Wir würden die Last nicht auf uns nehmen, wenn uns diese Arbeit nicht so viel Freude bereiten würde.

2016...Wir haben das Glück, mitten in der Geschichte zu arbeiten. Unser Geschäft existiert am Kottbusser Damm 6 in diesem Jahr ganze 110 Jahre!  :)   Seit 1906 ist es im Berliner Adressenbuch unter dieser Adresse zu finden (Gänsehaut). Damals wurde zusätzlich zur Adresse noch der Beruf des Adresseninhabers angegeben. 
Wir haben es durch Engagement und Leidenschaft geschafft, den 'alten' guten Ruf wieder 'aufzumöbeln' und freuen uns, ein Teil der kommenden Geschichte zu sein.


Vielleicht wollen Sie sich selbst mal überzeugen und besuchen uns in unserem Lädchen - wir würden uns sehr freuen.

Ihre Ariane Sauerbrey
Schreiberin und Gestalterin der Website


P.S.  Weisen Sie mich bitte - unbedingt - auf etwaige Fehler oder Ungereimtheiten hin!! Danke

 

 
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